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EU-Projekt soll Binnenschifffahrt digital vernetzen

© FH OÖ

Mit knapp acht Millionen Euro Fördervolumen startet im Herbst 2026 das europäische Forschungsprojekt HERFRIED. Ziel ist es, die Binnenschifffahrt digital mit anderen Verkehrsträgern zu vernetzen und ihre Rolle in nachhaltigen Lieferketten zu stärken. Koordiniert wird das Projekt von der FH Oberösterreich.

Das Forschungsprojekt HERFRIED erhielt im EU-Förderprogramm Horizon Europe die maximale Bewertung von 15 Punkten. Das internationale Konsortium umfasst 17 Partner aus sieben europäischen Ländern, darunter Hochschulen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Insgesamt stehen knapp acht Millionen Euro für die dreijährige Projektlaufzeit zur Verfügung, davon rund 1,4 Millionen Euro für die FH Oberösterreich.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Binnenschifffahrt durch digitale Technologien stärker in europäische Transportketten integrieren lässt.

„Mit dem Forschungsprojekt HERFRIED vernetzen wir die Binnenschifffahrt digital: Unternehmen, Logistikdienstleister, Behörden und Infrastrukturbetreiber arbeiten nahtlos zusammen", erklärt Projektleiterin Lisa-Maria Putz-Egger vom Logistikum der FH Oberösterreich.

Mehr Transparenz entlang der Lieferkette

Geplant sind digitale Plattformen und standardisierte Datenräume, über die Informationen zwischen Schiff, Bahn, Lkw, Infrastrukturbetreibern und Behörden automatisiert ausgetauscht werden. Dadurch sollen Transportkapazitäten effizienter genutzt, Routen optimiert und Lieferketten widerstandsfähiger gestaltet werden.

Der Forschungsansatz wird in sieben Pilotprojekten entlang wichtiger europäischer Transportkorridore getestet. Im Fokus stehen Containerverkehre ebenso wie Stück- und Schüttguttransporte.

Voestalpine beteiligt sich am Projekt

Zu den Industriepartnern zählt auch die Voestalpine, die den Rhein-Main-Donau-Korridor intensiv für ihre Transporte nutzt. Das Unternehmen sieht in der Digitalisierung der Lieferkette einen wichtigen Hebel für mehr Transparenz, Effizienz und Nachhaltigkeit.

HERFRIED soll dabei helfen, datenbasierte Entscheidungsprozesse zu verbessern und die Resilienz internationaler Lieferketten zu erhöhen.

Wasserstraße stärker in den Fokus rücken

Die Projektpartner wollen nicht nur technische Lösungen entwickeln, sondern auch Impulse für politische Rahmenbedingungen liefern. Ziel ist es, mehr Gütertransporte auf die Wasserstraße zu verlagern und damit Emissionen im Güterverkehr zu reduzieren.

„Wir schaffen die vollständige digitale Integration der Binnenschifffahrt in multimodale Logistikketten", sagt Putz-Egger.

Der offizielle Projektstart ist für den 1. Oktober 2026 vorgesehen. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen die entwickelten Lösungen gemeinsam mit Industrie, Forschung und Behörden erprobt und weiterentwickelt werden.

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