WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer: „Frühzeitige, rasche Unterstützung für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen"
Lehrbetriebe, Lehrlinge und deren Umfeld bei sozialen und psychischen Herausforderungen oder Suchterkrankungen zu unterstützen: Mit diesem Ziel haben WKO Oberösterreich und pro mente OÖ im Jänner 2025 die helpline.lehre gestartet.
Seitdem hat sich die helpline.lehre als zentrale Anlaufstelle für Lehrlinge in schwierigen Lebenssituationen etabliert. In den ersten zwölf Monaten waren die Expertinnen und Experten der helpline.lehre rund 220 Mal im Einsatz. Das mobile helpline-Team ist regelmäßig direkt in Betrieben und Schulen vor Ort. Neben den jungen Menschen selbst, können sich auch Personalverantwortliche, Lehrlingsausbilder, Unternehmerinnen und Unternehmer, Lehrkräfte oder Angehörige direkt an die helpline.lehre wenden.
Weniger Lehrabbrüche
„Wir sind stolz darauf, was wir gemeinsam in nur einem Jahr erreicht haben und arbeiten intensiv an der Weiterentwicklung des Unterstützungsangebots", zieht WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer eine positive Bilanz über das von der WKOÖ finanzierte Angebot. „Viele junge Menschen in Krisensituationen wurden von pro mente OÖ unterstützt. Oft konnten die Lehrlinge aufgrund der frühzeitigen Intervention ihre Ausbildung fortsetzen. Das ist ein Erfolg für die Betroffenen, aber auch für die Unternehmen, denn jede abgeschlossene Lehre sichert langfristig Fachkräfte."
Wirksame Kombination aus Angeboten
Besonders wirksam hat sich die Kombination aus telefonischer Erstberatung, persönlicher Begleitung und weiterführender Betreuung erwiesen. Der Großteil der Kontakte erfolgt über die kostenlose Hotline. 42 Prozent der Unterstützungsleistungen wurden durch das mobile Expertenteam direkt vor Ort erbracht. In rund jedem sechsten Fall konnte rasch der Zugang zu therapeutischen Maßnahmen organisiert werden.
Psychische Belastung nimmt zu
Auch Prim. Priv.-Doz. Dr. Kurosch Yazdi-Zorn, Vorstandsvorsitzender von pro mente OÖ, sieht auf Basis der ersten Jahresbilanz eine klare Bestätigung: „Die psychische Belastung bei Jugendlichen nimmt zu. Umso wichtiger ist es, hinzuschauen und niederschwellige, unbürokratische Angebote bereitzustellen. Ob psychische Belastungen oder Suchtverhalten – entscheidend ist, dass die jungen Menschen Unterstützung erfahren und lernen, ihre Stärken wiederzuentdecken."