Von der Kursänderung zur Speditionsleitung – wie Alice Helbig bei Sievert Logistik ihren Platz gefunden hat.
Manchmal entscheidet ein Zufall über den ganzen Berufsweg. Bei Alice Helbig führte er in die Logistik und aus der Auszubildenden wurde eine Führungskraft, die ihren Job mit Herz und Humor lebt.
Eigentlich wollte Alice Helbig in die Tourismusbranche. „Das war damals mein Plan", erinnert sie sich. Doch manchmal kommt alles anders: „Als das nicht funktioniert hat, habe ich mich umorientiert und die Ausbildung zur Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistung entdeckt. Die Inhalte fand ich spannend, und vor allem wusste ich: Transportiert werden muss immer."
Heute, mit 36 Jahren, ist sie Speditionsleiterin bei Sievert Logistik in Leipzig und trägt Verantwortung für 67 Mitarbeitende – 14 im kaufmännischen Bereich und eine 53-köpfige Fahrerbelegschaft. Ihr Weg dahin? Viel Einsatz, ein Quäntchen Zufall und die klare Haltung: „Ich habe einfach gemacht."
Aufstieg durch Weiterbildung
2010 schloss Alice ihre Ausbildung ab, 2011 startete sie bei Sievert Logistik. „Ich wollte wieder heimatnah arbeiten und habe durch Zufall Sievert entdeckt. Die Entscheidung hat sich absolut gelohnt", sagt sie rückblickend. Besonders reizte sie die Arbeit in einer Spedition: „In meiner Ausbildung hatte ich diese Berührungspunkte nicht, da mein Ausbildungsbetrieb ein Industriebetrieb war. Ich wollte tiefere Einblicke in die Disposition und Tourenplanung bekommen und den direkten Kontakt zur Fahrerbelegschaft haben."
Alice wollte noch mehr erreichen: 2013 absolvierte sie nebenberuflich die Weiterbildung zur Wirtschaftsfachwirtin und übernahm gleichzeitig erste Führungsverantwortung als Teamleiterin in der Disposition. 2016 folgte durch interne Strukturveränderungen der nächste Karriereschritt: die Position als Speditionsleiterin.
„Dass ich den Abschluss zur Wirtschaftsfachwirtin nebenbei geschafft habe, darauf bin ich richtig stolz", sagt sie. Diese Leistung war nur möglich durch die Unterstützung ihres Arbeitgebers: „Mein damaliger Vorgesetzter und das Unternehmen haben mich von Anfang an gefördert. Ohne diese Rückendeckung hätte ich die Weiterbildung neben der Arbeit nicht geschafft."
„Ich habe nie an mir gezweifelt."
Logistik gilt als vermeintliche Männerdomäne – eine Realität, die sich auch in Alice' Team zeigt: Unter ihren 67 Mitarbeitenden sind im kaufmännischen Bereich vier weitere Frauen tätig, bei den Fahrern eine einzige. Für Alice ist das allerdings kein Problem: „Ich habe nie daran gezweifelt, ob ich als Frau akzeptiert werde. Für mich war das kein Thema."
Und wenn sie doch mal auf Vorurteile gestoßen ist? „Es gab Situationen, in denen traditionelle Rollenbilder noch Einfluss hatten. Ich habe aber die betroffene Person direkt angesprochen und auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht, damit sich solche Verhaltensweisen gar nicht wiederholen. Man muss da klare Grenzen ziehen."
Mit dieser direkten Haltung hat sich Alice nicht nur Respekt verschafft, sondern auch ihren eigenen Führungsstil geprägt. Manchmal sieht sie sogar Vorteile darin, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten: „Man hat auf manche Sachen einen anderen Blickwinkel oder regelt Situationen auf eine andere Art und Weise."
Verantwortung, Teamgeist und jede Menge Abwechslung
Heute ist Alice bei allen Personalthemen involviert: „Von den Einstellungen über die Entwicklung bis zu Mitarbeitergesprächen." Gleichzeitig trägt sie die Verantwortung für die Kennzahlen ihres Standortes: „Ich verantworte unter anderem Umsatz und Ergebnis." Anhand dieser Zahlen schaffe sie interne und externe Strukturen, um die Ziele gemeinsam mit ihrem Team umzusetzen – von der Ausrichtung des Fuhrparks über die Akquise neuer Kunden bis zur Prüfung von Bestandskunden.
Eine Fähigkeit, die sie besonders schätzt, hat sie erst im Job für sich entdeckt. „Multitasking! Ich habe gelernt, wirklich viele Dinge parallel zu managen und gleichzeitig den Überblick zu behalten."
Trotz des vollen Terminkalenders behält sie stets den Spaß an der Arbeit: „Klar, es ist manchmal stressig. Aber genau das macht den Reiz aus und ich habe gelernt Grenzen zu ziehen, um auch wirklich abzuschalten. Und es wird viel gelacht. Ohne Humor funktioniert es nicht."
Gefördert und gefordert
Sievert Logistik setzt auf strukturierte Entwicklungsangebote, etwa das Talentprogramm und gezielte Workshops, die Mitarbeitende in ihrer persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung stärken. „Bei Sievert Logistik hat man viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Wenn man selbst etwas erreichen will, wird man dabei unterstützt. Gerade für Eltern helfen flexible Arbeitszeiten und tagsüber angesetzte Netzwerktreffen."
Mut, Offenheit, Selbstbewusstsein
Für die kommenden Jahre sieht sich Alice weiterhin bei dem Logistikunternehmen. „Aktuell bin ich in meiner Position zufrieden. Natürlich möchte ich mich aber auch noch fachlich und persönlich weiterentwickeln. Ich bin offen für alles, mal schauen, was sich noch ergibt."
Jungen Frauen, die sich für die Logistik interessieren, möchte sie Mut machen: „Informiert euch, seid neugierig und mutig, geht offen auf Neues zu. Und vor allem: Habt Vertrauen in euch selbst."